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Roulette
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Roulette [] (französisch roulette; deutsch âRöllchenâ) ist ein weltweit verbreitetes, traditionelles GlĂŒcksspiel, das vor allem in Spielbanken angeboten wird. Das Roulette bezeichnet das Spiel, die Roulette bezeichnet die Roulette-Maschine.
Beim Roulette setzt man auf Zahlen bzw. bestimmte Eigenschaften von Zahlen, die durch den zufÀlligen Lauf einer Roulette-Kugel in einem Kessel bestimmt werden.
Contents
âą Geschichte
âą Spieltisch
âą Spielablauf
âą Ansagespiele
⹠Zéro
âą Maximum
âą USA
âą Spielsysteme
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Die Erfindung des Roulette wird oft dem französischen Mathematiker Blaise Pascal zugeschrieben â dies beruht aber auf einem MissverstĂ€ndnis: Pascal war zwar einer der Pioniere der Wahrscheinlichkeitsrechnung und verfasste im Jahr 1658 seine Histoire de la roulette und Suite de lâhistoire de la roulette, doch handeln diese Schriften nicht vom Roulette-Spiel, sondern von der in Frankreich auch Roulette genannten Zykloide.cite-ref-1[1]
Als Ursprungsland wird hĂ€ufig das Italien des 17. Jahrhunderts genannt, immerhin bezeichnet Meyers Konversationslexikon das GroĂe Roulette mit den 38 Zahlen 00, 0, 1â36 noch um 1900 als Italienisches Roulette â im Gegensatz zum Kleinen oder Deutschen Roulette, das so wie das Boule-Spiel nur 18 FĂ€cher kennt. Die Wurzeln des Roulette sind wohl so wie diejenigen des GlĂŒcksrades im mittelalterlichen Rad der Fortuna zu suchen.
Das Roulette kam im Laufe des 18. Jahrhunderts nach Frankreich, wo es Ludwig XV. vergeblich zu verbieten versuchte. Napoleon Bonaparte erlaubte 1806 das GlĂŒcksspiel nur mehr in den SpielhĂ€usern des Pariser Palais Royal, wo bis zur SchlieĂung durch Louis-Philippe I. Ende 1837 neben Pharo und Rouge et noir bzw. Trente et quarante auch Roulette gespielt wurde.
Die Zeit nach 1837 war die groĂe Zeit der Spielbanken von Baden-Baden, Bad Homburg und Wiesbaden, wo Fjodor Michailowitsch Dostojewski das Roulette kennenlernte und diesem Spiel verfiel â aus diesem Erlebnis entstand der Roman Der Spieler.
Um das Spiel in Bad Homburg attraktiver zu gestalten und dem Casino einen Wettbewerbsvorteil gegenĂŒber den anderen Spielbanken zu verschaffen, verzichtete François Blanc im Jahre 1841 auf das Double zĂ©ro und verringerte damit den Vorteil der Spielbank gegenĂŒber den Pointeuren, worauf sehr bald die anderen Casinobetreiber dem Beispiel Blancs folgten. In den USA ist die Doppel-Null noch heute ĂŒblich.
Nach der ReichsgrĂŒndung mussten mit Jahresende 1872 alle deutschen Spielbanken schlieĂen; sie wurden erst 1933 unter den Nationalsozialisten wiedereröffnet.
Das GlĂŒcksspielverbot in Frankreich und Deutschland kam vor allem dem FĂŒrstentum Monaco zugute. François Blanc nutzte diese Gelegenheit und fĂŒhrte die Spielbank von Monte Carlo zu ihrer BlĂŒtezeit.
Heute wird Roulette in Spielbanken in aller Welt nach nahezu identischen Regeln gespielt. Unterschiede beziehen sich im Wesentlichen nur darauf, ob mit Double ZĂ©ro gespielt wird oder nicht, und auf die Regeln fĂŒr das Ereignis, wenn die Kugel auf ZĂ©ro fĂ€llt.
Französisches Roulette
Spieltisch
Französisches Roulette wird klassisch an Doppeltischen gespielt: In der Mitte eines langen, mit grĂŒnem Tuch (französisch Tapis) bespannten Tisches ist der Roulettekessel (französisch Cylindre) in einer Vertiefung eingelassen, links und rechts davon befinden sich die Einsatzfelder (französisch Tableau). Jeder Tisch wird von acht Angestellten des Casinos betreut, der Zylinder befindet sich in der Mitte von vier Croupiers, an den beiden Kopfenden sitzt jeweils ein weiterer Croupier und fĂŒr jede TischhĂ€lfte ist ein eigener Chef de table zustĂ€ndig.
Heute wird jedoch vorwiegend an Einfachtischen gespielt, die von vier Croupiers betreut werden: Der Roulettekessel befindet sich an einem Tischende, und es gibt nur ein Tableau, das sich in der Mitte des Tisches befindet.
Die Roulettemaschine (Kessel) besteht aus einer in eine SchĂŒssel eingelassenen, drehbaren Scheibe mit 36 abwechselnd roten und schwarzen NummernfĂ€chern sowie einem 37., grĂŒn gekennzeichneten Fach fĂŒr die Null (französisch ZĂ©ro). Die Roulette-SchĂŒssel (französisch Cuvette) wurde frĂŒher aus Ebenholz gefertigt, heute werden jedoch auch vielfach Kunststoffe verwendet.
Mithilfe einer â frĂŒher aus Elfenbein gefertigten â Kugel wird die Gewinnzahl ermittelt.
Spielablauf
Ziel ist es, in jedem einzelnen Spiel (französisch Coup) zu erraten, auf welche Zahl die Kugel fallen wird.
Mit der Aufforderung âFaites vos jeux!â, deutsch âMachen Sie Ihr Spiel!â oder âBitte, das Spiel zu machenâ (englisch Make your bets!) bittet der Croupier die Spieler um ihre EinsĂ€tze. Diese werden mit Jetons geleistet. Entweder legt der Spieler selbst seine Jetons auf das Tableau oder er bittet den Croupier, dies fĂŒr ihn zu tun und nennt (französisch annonciert) die Zahl oder Zahlengruppe, auf die er setzen möchte.
Die EinsĂ€tze mĂŒssen zumindest das an jedem Tisch angegebene Minimum betragen und dĂŒrfen das je nach Wettart unterschiedliche Maximum nicht ĂŒberschreiten.
rienSind genug EinsĂ€tze getĂ€tigt, setzt der Croupier die Roulette-Scheibe in Bewegung und wirft die Kugel gegen die Drehrichtung in den Zylinder. Auch jetzt darf zunĂ€chst noch gesetzt werden. Nach der Ansage âRien ne va plusâ (deutsch âNichts geht mehrâ, englisch No more bets) darf nicht mehr gesetzt werden. Sobald die Kugel in einem Nummernfach liegen bleibt, sagt der Croupier die Gewinnzahl, deren Farbe und die weiteren gewinnenden einfachen Chancen (siehe unten) laut an, und zeigt mit seinem Rechen (französisch Rateau) auf die Gewinnzahl.
ZunĂ€chst werden die verlierenden EinsĂ€tze â die sogenannte Masse â eingezogen; sodann werden alle Chancen, die mit der Gewinnzahl zusammenhĂ€ngen, ausbezahlt.
Wettmöglichkeiten
Einfache Chancen
Die beliebteste Wettart beim Roulette sind die Wetten auf die einfachen Chancen. Die Nummern 1â36 sind auf drei verschiedene Arten in Zahlengruppen zu je 18 Nummern eingeteilt, diese sind:
⹠französisch Rouge (Rot, engl. Red) und Noir (Schwarz, engl. Black),
⹠französisch Impair (Ungerade, engl. Odd) und Pair (Gerade, engl. Even), sowie
âą französisch Manque (Niedrig, engl. 1â18) und Passe (Hoch, engl. 19â36).
Im Gewinnfall erhÀlt man einen 1:1-Gewinn.
Mehrfache Chancen
⹠Plein, engl. full number: Man setzt auf eine der 37 Zahlen, die Auszahlungsquote betrÀgt 35 : 1.
⹠Cheval, engl. split: Man setzt auf zwei auf dem Tableau benachbarte Zahlen, z. B. 0/2 oder 13/14 oder 27/30, die Auszahlungsquote betrÀgt 17 : 1.
âą Transversale pleine, engl. street: Man setzt auf die drei Zahlen einer Querreihe des Tableaus, also z. B. 19, 20 und 21, die Auszahlungsquote betrĂ€gt 11 : 1. TĂ€tigt man den Einsatz nicht selbst und bittet den Croupier, die Jetons zu platzieren, so nennt man bei einer Wette auf eine Zahlengruppe immer die niedrigste und die höchste Nummer. In diesem Beispiel also âTransversale 19â21â.
⹠Les trois premiers, engl. first three: Man wettet auf die ersten drei Nummern, d. h. auf 0, 1 und 2; die Auszahlungsquote betrÀgt wie bei der Transversale pleine 11 : 1.
âą CarrĂ©, engl. corner: Man setzt auf vier auf dem Tableau angrenzende Nummern, z. B. 23/24/26/27. Die entsprechende Annonce lautet âCarrĂ© 23â27â; die Auszahlungsquote betrĂ€gt 8 : 1.
⹠Les quatre premiers, engl. first four: Man setzt auf die ersten vier Zahlen, d. h. auf 0, 1, 2 und 3. Die Auszahlungsquote betrÀgt wie beim Carré 8 : 1.
âą Transversale simple, engl. six line: Man setzt auf die sechs Zahlen zweier aufeinanderfolgender Querreihen des Tableaus, z. B. auf die Zahlen 4, 5, 6, 7, 8 und 9. Die entsprechende Annonce lautet âTransversale 4â9â, die Auszahlungsquote betrĂ€gt 5 : 1.
âą Douzaines, engl. dozens: Die Zahlen 1â36 sind in drei Dutzende eingeteilt, die Gewinnquote betrĂ€gt jeweils 2 : 1
âą 12P, premier, engl. first dozen. Erstes Dutzend, die Zahlen 1â12
âą 12M, milieu, engl. second dozen. Mittleres Dutzend, die Zahlen 13â24
âą 12D, dernier, engl. third dozen: Letztes Dutzend, die Zahlen 25â36
⹠Colonnes, engl. columns: Eine andere Einteilung in drei Gruppen von jeweils 12 Zahlen bilden die Kolonnen, die Gewinnquote betrÀgt so wie bei den Dutzenden jeweils 2 : 1.
âą Colonne 34: Die erste Kolonne umfasst die Zahlen 1, 4, 7, 10, âŠ, 34
âą Colonne 35: Die mittlere Kolonne umfasst die Zahlen 2, 5, 8, 11, âŠ, 35
âą Colonne 36: Die letzte Kolonne umfasst die Zahlen 3, 6, 9, 12, âŠ, 36.
Anmerkungen
âą Gewinnende EinsĂ€tze werden rĂŒckerstattet, d. h. hat man bspw. 10 ⏠auf ein CarrĂ© gesetzt und gewonnen, so erhĂ€lt man einen 8 : 1-Gewinn, also 80 ⏠und den ursprĂŒnglichen Einsatz, insgesamt also 90 âŹ, zurĂŒck.
âą Die Gewinnquoten errechnen sich allgemein wie folgt: Man dividiert die Zahl 36 â bei der Berechnung der Gewinnquoten wird so verfahren, als ob es nur 36 statt 37 Nummern gĂ€be â durch die Anzahl der besetzten Nummern und zieht davon eins ab: Bei einem CarrĂ© sind vier Nummern besetzt, die Gewinnquote betrĂ€gt daher 36/4 â 1 = 8.
âą Die einfachen Chancen, Dutzende und Kolonnen werden als niedrige Chancen bezeichnet, die ĂŒbrigen Wettarten als hohe Chancen.
Ansagespiele
Kesselspiele
Bei den Kesselspielen setzt der Spieler auf Nummern, die im Roulette-Zylinder benachbart liegen. Kesselspiele werden gewöhnlich annonciert, man findet aber auch auf vielen Tischen spezielle Einsatzfelder fĂŒr manche dieser Spielarten.
âą Spiel mit Nachbarn (Voisins): Ein Spieler kann auf eine Zahl mit bis zu vier Nachbarn zu beiden Seiten setzen, z. B. bedeutet die Ansage â7 mit den zwei Nachbarnâ (kurz: â7-2-2â), dass der Spieler auf die Zahlen 18, 29, 7, 28 und 12 wettet und dafĂŒr fĂŒnf Jetons benötigt. Die fĂŒnf Nummern dieses Beispiels liegen im Kessel nebeneinander (vgl. Bild).
âą ZĂ©ro-Spiel (Jeu ZĂ©ro): Beim ZĂ©ro-Spiel setzt man mit vier Jetons auf die sieben im Kessel nebeneinander liegenden Nummern 12, 35, 3, 26, 0, 32 und 15, die die Null einschlieĂen. Die Jetons werden dabei wie folgt gesetzt: drei Chevaux 0/3, 12/15 und 32/35, sowie ein Plein auf 26.
âą GroĂe Serie (Serie 0/2/3, Voisins du ZĂ©ro): Die groĂe Serie umfasst die siebzehn Zahlen 22, 18, 29, 7, 28, 12, 35, 3, 26, 0, 32, 15, 19, 4, 21, 2 und 25, die mit neun Jetons wie folgt besetzt werden: jeweils zwei StĂŒcke auf die drei Nummern 0/2/3 und das CarrĂ© 25/29 und je ein StĂŒck auf die Chevaux 4/7, 12/15, 18/21, 19/22 und 32/35. Die GroĂe Serie wird auch Voisins du ZĂ©ro genannt, ein MissverstĂ€ndnis mit dem Spiel mit Nachbarn (s. o.) ist ausgeschlossen, da bei der groĂen Serie sieben Jetons, beim Spiel mit Nachbarn drei oder fĂŒnf Jetons gesetzt werden.
âą Kleine Serie (Serie 5/8 oder Tiers du Cylindre): Die kleine Serie umfasst zwölf (also ein Drittel der Zahlen, daher die französische Bezeichnung) im Kessel nebeneinander liegende Zahlen, nĂ€mlich 27, 13, 36, 11, 30, 8, 23, 10, 5, 24, 16 und 33, die mit sechs Jetons Ă cheval pointiert werden, und zwar je ein StĂŒck auf 5/8, 10/11, 13/16, 23/24, 27/30 und 33/36.
âą Les orphelins (dt. die Waisenkinder): Die Orphelins umfassen diejenigen acht Nummern, die zu keiner der beiden Serien zĂ€hlen, das sind 1, 20, 14, 31, 9, 17, 34 und 6. Diese Nummern werden entweder mit acht Jetons voll (Orphelins en plein) oder mit nur fĂŒnf Jetons besetzt, im letzteren Fall wird ein StĂŒck en plein auf die 1 und je eines Ă cheval auf 6/9, 14/17, 17/20 und 31/34 (die 17 ist in zwei Cheval-SĂ€tzen enthalten) gesetzt.
Finalen
Abgesehen von diesen Kesselspielen werden auch gerne die Finalen gesetzt, das sind Folgen von Nummern mit gleicher Endziffer: FĂŒr die Finale 3 benötigt man vier Jetons und setzt damit auf die Zahlen 3, 13, 23 und 33.
Man kann auch Chevaux-Finalen spielen, fĂŒr die Finale 2/5 etwa benötigt man vier Jetons, die auf 2/5, 12/15, 22/25 und 32/35 gesetzt werden usf.
Zéro
FÀllt die Kugel auf Zéro, d. h. auf die Null,
⹠so gewinnen die EinsÀtze auf die Null bzw. diejenigen, welche die Null in einer Kombination enthalten, d. h. 0/1, 0/2, 0/3, 0/1/2, 0/2/3 und 0/1/2/3,
âą alle anderen mehrfachen Chancen, also Transversalen, Dutzende und Kolonnen verlieren, und
⹠die EinsÀtze auf die einfachen Chancen werden gesperrt, man sagt, sie gehen en Prison (GefÀngnis).
Beispiel: Ein Spieler setzt auf Impair, die Kugel fÀllt auf die Null, der Einsatz wird nun gesperrt. FÀllt die Kugel im nÀchsten Coup auf Impair, so wird der Einsatz wieder frei, der Spieler gewinnt allerdings nichts. FÀllt die Kugel dagegen auf Pair, so ist der Einsatz verloren.
Landet die Kugel in der nĂ€chsten Runde erneut auf der Null, so wird er â entsprechend den klassischen Regeln, die François Blanc eingefĂŒhrt hat â fĂŒr die zwei Folgerunden gesperrt (Double Prison), fĂŒr den Fall, dass dreimal hintereinander die Null kommt, ist der Einsatz aber in jedem Fall verloren.cite-ref-2[2]
Ein Spieler kann, wenn er den Einsatz nicht sperren lassen möchte, mit den Worten âPartagez la masse, sâil vous plaĂźtâ die HĂ€lfte seines Einsatzes zurĂŒckfordern, die andere HĂ€lfte wird dann von der Spielbank eingezogen. Diese Möglichkeit besteht allerdings nur dann, wenn der Einsatz ein geradzahliges Vielfaches des Minimums betrĂ€gt, d. h. wenn er sich exakt halbieren lĂ€sst. Eine entsprechende Möglichkeit besteht auch beim Double Prison, wobei der Spieler ein Viertel seines Einsatzes zurĂŒckfordern kann. Eine weitere, wenn auch weniger bekannte Option fĂŒr den Spieler besteht darin, einen gesperrten Einsatz auf eine andere einfache Chance verschieben zu lassen (z. B. von Impair auf Pair), wobei natĂŒrlich der Einsatz auf der gewĂ€hlten Chance dann ebenfalls gesperrt ist.
Einige Casinos haben die Prison-Regel gestrichen. FÀllt die Kugel dort auf Zéro, sind alle EinsÀtze auf einfache Chancen unmittelbar verloren.
Bankvorteil beim französischen Roulette
Durch das Zéro sichert sich das Casino seinen Bankvorteil.
Da die Gewinnquoten fĂŒr die Wetten auf die mehrfachen Chancen so berechnet sind, als ob das ZĂ©ro nicht vorhanden wĂ€re, d. h. als ob es nur 36 statt 37 Zahlen gĂ€be, betrĂ€gt der Bankvorteil bei den mehrfachen Chancen 1â37 = 2,70 %. Die AusschĂŒttungsquote betrĂ€gt somit 97,30 %.
FĂŒr die einfachen Chancen gilt Folgendes: Beim klassischen französischen Roulette mit Prison-Regel betrĂ€gt der Bankvorteil 1â37 · 1â2 = 1,35 %; die AusschĂŒttungsquote betrĂ€gt daher 98,65 %. Ohne Prison-Regel ist der Bankvorteil doppelt so hoch und betrĂ€gt dann 2,70 %, so wie auch auf allen mehrfachen Chancen.
Gewinnt ein Spieler mit einem Einsatz auf eine volle Nummer, ist es ĂŒblich, dass er mit den Worten âPour les employĂ©sâ ein StĂŒck dem Tronc (fr. Opferstock) zukommen lĂ€sst. Somit verringert sich die Gewinnquote fĂŒr EinsĂ€tze auf Plein von 35 : 1 auf 34 : 1 und der mittlere Verlust des Spielers verdoppelt sich bei dieser Wettart auf 2â37 = 5,40 %.
Maximum
Das Maximum legt fest, dass die Spielbank fĂŒr jeden einzelnen Gewinn nie mehr als einen vorher festgelegten Höchstbetrag auszahlen muss. Diese Regel dient dem Zweck, dass die Spielbank nicht infolge eines einzelnen sehr hohen Gewinns eines Spielers Insolvenz anmelden mĂŒsste.
Der Höchsteinsatz fĂŒr einfache Chancen betrĂ€gt im Allgemeinen das 1200-Fache des Minimums; die HöchsteinsĂ€tze fĂŒr die mehrfachen Chancen sind so gestaffelt, dass die Spielbank im Gewinnfall nie mehr als das Maximum auszahlen muss.
FĂŒr einen Tisch mit Minimum 10 ⏠gelten daher folgende Maxima:
| Wettart | Gewinnquote | Höchsteinsatz | Höchstgewinn |
|---|---|---|---|
| Einfache Chancen | 1 : 1 | 12.000 ⏠| 12.000 ⏠|
| Dutzende, Kolonnen | 2 : 1 | 6.000 ⏠| 12.000 ⏠|
| Transversale simple | 5 : 1 | 2.400 ⏠| 12.000 ⏠|
| Carré | 8 : 1 | 1.500 ⏠| 12.000 ⏠|
| Transversale pleine | 11 : 1 | 1.100 ⏠| 12.100 ⏠|
| Cheval | 17 : 1 | 700 ⏠| 11.900 ⏠|
| Plein | 35 : 1 | 350 ⏠| 12.250 ⏠|
Amerikanisches Roulette
Die Abwicklung des Spieles vollzieht sich beim American Roulette in rascherem Tempo als bei der klassischen französischen Variante. Die Tische sind daher etwas kleiner, sodass jeder Spieler selbst setzen kann und keine Annoncen nötig sind. Die Ansagen der Croupiers erfolgen ĂŒblicherweise in englischer statt französischer Sprache, die Bezeichnungen am Tableau (hier: Lay out) sind englisch, auch ist die Anordnung der Einsatzfelder eine andere. Der Croupier zeigt die Gewinnzahl nicht mit dem Rateau an, sondern markiert sie mit einer kleinen Figur namens Dolly.
Beim American Roulette, so wie es in den europĂ€ischen Spielbanken angeboten wird, gilt fĂŒr die einfachen Chancen folgende ZĂ©ro-Regel: FĂ€llt die Kugel auf die Null, so wird die HĂ€lfte der EinsĂ€tze eingezogen.
Eine Besonderheit des American Roulette ist die Möglichkeit, mit persönlichen Chips zu spielen. Diese Spielmarken besitzen keine Wertangabe und werden nur am Tisch in verschiedenen Farben ausgegeben. Jeder Spieler bestimmt beim Kauf den Wert, der fĂŒr jeden sichtbar angezeigt wird. Diese Chips können nur an dem betreffenden Tisch gespielt werden und mĂŒssen bei Beendigung des Spiels an diesem Tisch zurĂŒckgewechselt werden.
USA
American Roulette, so wie es in den europĂ€ischen Casinos gespielt wird, unterscheidet sich vom Spiel in den USA vor allem dadurch, dass in Europa der französische Roulettekessel mit den 37 Zahlen 0, 1â36 verwendet wird. Die Zahlen im amerikanischen Kessel sind nicht nur anders angeordnet, der in den USA gebrĂ€uchliche Zylinder enthĂ€lt zusĂ€tzlich als 38. Zahl die Doppel-Null (Double zero).
Zero und Double zero
FĂ€llt die Kugel auf Zero, d. h. auf die Null,
⹠so gewinnen die EinsÀtze auf die Null bzw. diejenigen, welche die Null in einer Kombination enthalten, d. h. 0/00, 0/1, 0/2, 0/1/2, 0/00/2 und 0/00/1/2/3;
⹠alle anderen mehrfachen Chancen, also Transversalen, Dutzende und Kolonnen verlieren, und ebenso alle EinsÀtze auf einfache Chancen.
FĂ€llt die Kugel auf Double Zero, d. h. auf die Doppel-Null,
⹠so gewinnen die EinsÀtze auf die Doppel-Null bzw. diejenigen, welche die Doppel-Null in einer Kombination enthalten, d. h. 0/00, 00/2, 00/3, 0/00/2, 00/2/3 und 0/00/1/2/3;
⹠alle anderen mehrfachen Chancen, also Transversalen, Dutzende und Kolonnen verlieren, und ebenso alle EinsÀtze auf einfache Chancen.
Bankvorteil beim Spiel in den USA
Aufgrund des DoppelzĂ©ros ist der Bankvorteil in den USA mit 2/38 = 5,26 % wesentlich gröĂer als beim Roulette in Europa. Die Regel, dass die SĂ€tze auf den einfachen Chancen bei einer Null nur zur HĂ€lfte verlieren, gilt nicht: In den USA werden die EinsĂ€tze zur GĂ€nze eingezogen.
Beim amerikanischen Roulette mit ZĂ©ro und DoppelzĂ©ro gibt es allerdings keinen Tronc â dadurch entspricht der erwartete Verlust des Spielers bei den SĂ€tzen auf eine volle Nummer annĂ€hernd den VerhĂ€ltnissen beim klassischen Roulette (5,26 % im Vergleich zu 5,40 % beim klassischen Roulette), bei allen anderen Wettmöglichkeiten ist natĂŒrlich die europĂ€ische Spielweise fĂŒr den Spieler wesentlich vorteilhafter.
Die Wette auf die fĂŒnf Nummern 0/00/1/2/3 (First Five) wird im VerhĂ€ltnis 6:1 ausbezahlt; der Bankvorteil betrĂ€gt hierbei 7,89 %; dies ist die schlechteste Wette ĂŒberhaupt.
Spielsysteme
â
Hauptartikel
:
Roulette-Systeme
Roulette-Varianten
âą Boule und das mechanische Pferderoulette Petits chevaux
âą Sandown
âą GlĂŒcksrad
âą Multicolore
AuĂerdem:
âą Englisches Roulette ist ein anderer Name fĂŒr das KartenglĂŒcksspiel Hoggenheimer.
Literatur
Geschichte
âą Oskar Becker, Jos. E. Hofmann: Geschichte der Mathematik. Bonn 1951.
⹠Thomas Bronder: Spiel, Zufall und Kommerz: Theorie und Praxis des Spiels um Geld zwischen Mathematik, Recht und RealitÀt. Springer, Berlin Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-48828-7.
âą Rudolf NeuhĂ€user: Nachwort zu Der Spieler von Dostojewski. dtv, MĂŒnchen 1981.
âą Hans Ernst Schmitt: Ein Roulette-Profi erzĂ€hlt. RoProf-Verlag, MĂŒnchen 1990.
âą Alexander B. Szanto: Roulette, Trente-et-Quarante, Baccara, Black Jack. Perlen Reihe, Band 645, Wien 1977.
âą Ralph Tegtmeier: Casino. Die Welt der Spielbanken â Spielbanken der Welt. DuMont, Köln 1989.
Weblinks
Commons
: Roulette
â Sammlung von Bildern
Wiktionary: Roulette
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: rien ne va plus
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Literatur von und ĂŒber Roulette im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise